Pofesen Rezept – klassisch mit Powidl und knusprigem Brot

Pofesen sind eine traditionelle österreichische Süßspeise aus gefüllten Weißbrotscheiben, die in einer Ei-Milch-Mischung gewendet und anschließend goldbraun in Fett ausgebacken werden. Besonders klassisch ist die Füllung mit Powidl, also Zwetschkenmus. Als Ausgangsprodukt eignen sich altbackenes Weißbrot, Toast, Striezel oder Brioche.

Das Gericht ist schnell zubereitet und eignet sich hervorragend, wenn Brot vom Vortag übrig geblieben ist. Genau diese Verbindung aus einfacher Zubereitung, wenigen Zutaten und Resteverwertung macht Pofesen zu einer typischen Speise aus der österreichischen Hausmannskost. Auch heute werden sie in verschiedenen Regionen Österreichs serviert. Österreich Werbung führt Pofesen beispielsweise als klassische süße Spezialität aus dem Alpenraum.

Was sind Pofesen?

Bei klassischen Pofesen werden jeweils zwei Brotscheiben mit Marmelade oder Powidl zusammengesetzt. Anschließend werden die gefüllten Brotscheiben kurz in Milch und Ei getaucht und in heißem Fett auf beiden Seiten goldbraun gebacken. Zum Schluss kommen häufig Staubzucker oder Zimt und Zucker darüber.

Die genaue Zubereitung unterscheidet sich von Familie zu Familie. Manche Rezepte verwenden Butter oder Butterschmalz zum Ausbacken, andere Öl. Auch bei der Füllung gibt es Spielraum: Neben Powidl sind beispielsweise Marillen-, Erdbeer- oder Himbeermarmelade möglich. Mehr lesen : Marillenkuchen mit Öl – saftig, einfach & schnell

Klassisches Pofesen-Rezept

Für etwa 4 Portionen kannst du dich an dieser traditionellen Variante orientieren:

ZutatMenge
Weißbrot, Toast, Striezel oder Brioche16 Scheiben
Powidl3 EL
Rum1 EL, optional
Zimt1 Prise
Milch250 ml
Eier3
Vanillezucker1 TL
Salz1 Prise
Butter zum Ausbacken2 EL
Staubzuckerzum Bestreuen

Diese Zusammenstellung orientiert sich an einer klassischen österreichischen Rezeptvariante mit Striezel beziehungsweise Brioche oder Weißbrot.

Pofesen selber machen: Schritt für Schritt

1. Brot vorbereiten

Schneide das Brot in etwa fingerdicke Scheiben. Besonders gut funktioniert Brot vom Vortag, weil es etwas trockener ist und die Flüssigkeit der Eier-Milch-Mischung aufnehmen kann, ohne sofort auseinanderzufallen. Für Pofesen werden unter anderem Toast, Weißbrot, Striezel und Brioche verwendet.

Frisches, sehr weiches Brot ist dagegen schwieriger zu verarbeiten. Es saugt die Flüssigkeit schneller auf und kann beim Wenden oder Braten leichter auseinanderbrechen.

2. Powidlfüllung anrühren

Verrühre den Powidl mit einer kleinen Prise Zimt. Wer den Geschmack mag, kann etwas Rum hinzufügen. Klassische Rezepte verwenden Powidl beziehungsweise Zwetschkenmarmelade als Füllung.

Bestreiche jeweils eine Brotscheibe mit der Füllung und lege eine zweite Scheibe darauf. Drücke die beiden Scheiben vorsichtig zusammen, damit die Füllung beim späteren Wenden möglichst im Inneren bleibt.

3. Eier-Milch-Mischung vorbereiten

Verrühre Milch, Eier, Vanillezucker und eine Prise Salz in einer flachen Schüssel. Die Mischung sollte gut vermengt sein, damit das Brot gleichmäßig benetzt wird.

Tauche die gefüllten Brotscheiben nur kurz von allen Seiten hinein. Sie sollten Flüssigkeit aufnehmen, aber nicht so lange darin liegen, dass sie weich und instabil werden.

4. Goldbraun ausbacken

Erhitze die Butter in einer beschichteten Pfanne und lege die vorbereiteten Pofesen hinein. Brate sie auf beiden Seiten goldbraun. Bei einer klassischen Rezeptvariante werden ungefähr zwei bis drei Minuten pro Seite angegeben.

Nach dem Braten kannst du die Pofesen kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen. Dadurch wird überschüssiges Fett entfernt und die Oberfläche bleibt angenehm knusprig.

5. Warm servieren

Zum Schluss werden die Pofesen mit Staubzucker bestreut und möglichst warm serviert. Zimt und Zucker sind ebenfalls eine passende Ergänzung.

Warum altbackenes Brot besonders gut geeignet ist

Pofesen gehören zu den Gerichten, bei denen übrig gebliebenes Brot sinnvoll weiterverwendet werden kann. Altbackenes Weißbrot ist trockener als frisches Brot und nimmt deshalb die Eier-Milch-Mischung gut auf.

Das passt zum traditionellen Charakter des Gerichts. In der österreichischen Mehlspeiskultur werden Pofesen als Speise beschrieben, bei der altes Weißbrot, Toast oder Striezel eine neue Verwendung bekommen.

Wichtig ist allerdings: Das Brot darf trocken sein, sollte aber selbstverständlich nicht verdorben oder schimmelig sein.

Welche Füllung passt zu Pofesen?

Powidl gilt als besonders klassische Füllung. Dabei handelt es sich um ein dickes Zwetschkenmus, das gut im Brot bleibt und einen kräftigen Fruchtgeschmack mitbringt.

Du kannst das Rezept aber problemlos verändern. Häufig genannte Alternativen sind:

  • Marillenmarmelade
  • Erdbeermarmelade
  • Himbeermarmelade
  • andere Fruchtaufstriche
  • Topfenfüllung
  • Bananenfüllung

Auch moderne Varianten zeigen, wie flexibel Pofesen sind. Bei Topfen-Pofesen werden beispielsweise Topfen und Marillenmarmelade kombiniert.

Pofesen mit Öl oder Butter?

Beides funktioniert. In traditionellen Rezepten wird häufig Butter oder Butterschmalz verwendet. Es gibt aber auch Varianten, bei denen die gefüllten Brotscheiben in Öl ausgebacken werden.

Butter beziehungsweise Butterschmalz bringt ein ausgeprägtes, leicht nussiges Aroma mit. Öl ist geschmacklich neutraler und eignet sich ebenfalls zum Ausbacken. Welche Variante besser schmeckt, hängt deshalb vor allem von den persönlichen Vorlieben ab.

Entscheidend ist in beiden Fällen, dass das Fett ausreichend erhitzt ist. Bei zu niedriger Temperatur können die Pofesen mehr Fett aufnehmen und dadurch schwerer wirken.

Pofesen und Arme Ritter – ist das dasselbe?

Pofesen und Arme Ritter sind eng miteinander verwandt. Beide verwenden Brot, das in einer Ei-Milch-Mischung gewendet und anschließend gebraten wird. Pofesen werden jedoch typischerweise gefüllt und als zwei zusammengesetzte Brotscheiben zubereitet.

Eine österreichische Rezeptquelle bezeichnet Pofesen als eine Art österreichische Arme Ritter. Auch ichkoche beschreibt sie als gefüllte, zusammengelegte und in Fett herausgebackene Weißbrotschnitten.

Der Unterschied liegt also weniger in der Grundidee als in der typischen Form und Füllung.

Woher kommen Pofesen?

Pofesen sind eng mit der österreichischen Küche verbunden und werden auch in verschiedenen Regionen des Salzburger Landes als traditionelle Süßspeise angeboten. Österreich Werbung bezeichnet sie als klassische süße Spezialität aus den Alpen.

Auch die regionale Küche im Pinzgau kennt Pofesen. Die österreichische Genussregionen-Plattform beschreibt Pinzgauer Pofesen als beliebte Süßspeise und nennt altes Weißbrot, Marmelade, Milch und Ei als zentrale Bestandteile.

Bei der Herkunft des Namens sollte man vorsichtig sein: Häufig wird eine Verbindung zum italienischen Begriff beziehungsweise zur Stadt Pavia und der Form mittelalterlicher Schilde genannt. Diese Erklärung wird in Rezeptquellen wiedergegeben, ist aber nicht mit einer eindeutigen historischen Primärquelle belegt.

Sind Pofesen nur eine Süßspeise?

Nein. Neben den süßen Varianten gibt es auch herzhafte Pofesen. Dabei wird das Brot beispielsweise mit Fleisch, Gemüse, Spinat oder anderen pikanten Füllungen kombiniert und anschließend ebenfalls durch Ei gezogen und ausgebacken.

Ein Rezept für Kräuter- oder Spinatpofesen verwendet beispielsweise eine herzhafte Füllung und serviert die fertigen Pofesen als Einlage in einer Suppe.

Damit zeigen Pofesen besonders deutlich, wie vielseitig die Grundidee ist: Brot wird gefüllt, mit einer Hülle versehen und anschließend knusprig gebraten.

Was passt zu Pofesen?

Die einfachste Begleitung ist Staubzucker. Wer es aromatischer mag, kann zusätzlich Zimt verwenden.

Zu süßen Pofesen passen außerdem:

  • Vanillesauce
  • Apfelmus
  • frische Beeren
  • Fruchtspiegel
  • Kompott
  • eine Kugel Vanilleeis

Mehrere österreichische Rezeptvarianten empfehlen Vanillesauce, Apfelmus oder Beeren als Ergänzung.

Bei Powidl-Pofesen reicht allerdings oft schon etwas Staubzucker. Die kräftige Zwetschkenfüllung sorgt bereits für viel Geschmack.

Die häufigsten Fehler bei der Zubereitung

Das Brot wird zu weich

Wenn die Brotscheiben zu lange in der Milch-Ei-Mischung liegen, können sie auseinanderfallen. Deshalb solltest du die gefüllten Scheiben nur kurz eintauchen und anschließend direkt in die Pfanne geben.

Die Pofesen werden zu fettig

Ist das Fett nicht ausreichend erhitzt, kann das Brot mehr Fett aufnehmen. Eine ausreichend heiße Pfanne hilft dabei, die Oberfläche schnell zu bräunen.

Die Füllung läuft heraus

Zu viel Marmelade kann beim Braten aus den Seiten austreten. Eine dünne, gleichmäßige Schicht reicht normalerweise aus. Die beiden Brotscheiben sollten anschließend vorsichtig zusammengedrückt werden.

Das Brot verbrennt außen

Zu starke Hitze kann die Oberfläche schnell dunkel werden lassen, während das Innere noch nicht warm genug ist. Eine mittlere bis ausreichend starke Hitze und regelmäßiges Wenden sind deshalb sinnvoll.

Pofesen als einfache Resteküche

Der vielleicht interessanteste Aspekt des Gerichts ist seine unkomplizierte Grundlage. Statt altes Weißbrot wegzuwerfen, wird es mit wenigen weiteren Zutaten zu einer vollständigen Süßspeise.

Das Prinzip passt auch heute gut in eine Küche, in der Lebensmittel möglichst sinnvoll verwendet werden sollen. Aus Brot, das am Vortag nicht mehr frisch genug für das Frühstück war, entsteht mit Milch, Eiern und etwas Marmelade ein warmes Dessert oder eine süße Mahlzeit.

Genau deshalb sind Pofesen mehr als nur ein nostalgisches Rezept: Sie verbinden einfache Zutaten mit einer Zubereitungsart, die sich leicht an vorhandene Lebensmittel anpassen lässt.

Fazit

Pofesen sind eine einfache österreichische Spezialität aus gefülltem Weißbrot, Ei, Milch und heißem Fett. Die klassische Version wird mit Powidl gefüllt, goldbraun gebraten und anschließend mit Staubzucker serviert.

Für besonders gute Pofesen eignet sich Brot vom Vortag. Die Brotscheiben sollten nur kurz in die Eier-Milch-Mischung getaucht werden und anschließend direkt in die heiße Pfanne kommen. Neben Powidl funktionieren auch andere Marmeladen und sogar herzhafte Füllungen.

Wer österreichische Hausmannskost mag und eine schnelle Möglichkeit zur Verwendung von übrig gebliebenem Weißbrot sucht, findet in Pofesen ein unkompliziertes und vielseitiges Rezept.

FAQ

Kann man Pofesen mit Toastbrot machen?

Ja. Toastbrot ist eine mögliche Grundlage für Pofesen. Klassische Rezepte verwenden außerdem Weißbrot, Striezel oder Brioche.

Welche Marmelade verwendet man traditionell für Pofesen?

Besonders typisch ist Powidl beziehungsweise Zwetschkenmus. Andere Fruchtmarmeladen sind ebenfalls möglich.

Kann man Pofesen ohne Rum machen?

Ja. Rum ist eine optionale Zutat. Die Pofesen gelingen auch ohne ihn; Zimt und Vanillezucker können für zusätzliches Aroma sorgen.

Kann man Pofesen mit Öl braten?

Ja. Neben Butter und Butterschmalz gibt es Rezepte, die Öl zum Ausbacken verwenden.

Sind Pofesen dasselbe wie French Toast?

Sie sind ähnlich, aber nicht völlig identisch. Beide basieren auf Brot, Ei und Milch. Pofesen werden jedoch typischerweise mit Marmelade oder Powidl gefüllt und aus zwei zusammengesetzten Brotscheiben zubereitet.

Kann man Pofesen herzhaft zubereiten?

Ja. Es gibt auch pikante Varianten, beispielsweise mit Spinat, Kräutern oder Fleischfüllungen.

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