Essigwurst: Einfaches österreichisches Rezept mit Zwiebeln

Essigwurst ist ein unkompliziertes kaltes Gericht aus der österreichischen Küche. Dafür werden meist Knacker oder Extrawurst in dünne Scheiben geschnitten und mit Zwiebeln, Essig, Öl, Salz und Pfeffer mariniert. Je nach Rezept kommen Senf, Paprika, Tomaten, Gurken, Käse oder frische Kräuter dazu.

Die Zubereitung dauert nur wenige Minuten und eignet sich besonders gut für eine schnelle Jause, ein leichtes Mittagessen oder einen warmen Sommertag. Klassisch wird die Wurst mit Brot oder Gebäck serviert.

Was ist Essigwurst?

Bei Essigwurst handelt es sich im Grunde um einen einfachen Wurstsalat, bei dem die Wurst in einer säuerlichen Essig-Öl-Marinade serviert wird. In Österreich wird dafür häufig Knacker oder Extrawurst verwendet. Auch die Bezeichnungen Saure Wurst oder Wurstsalat sind je nach Region gebräuchlich.

Das Grundprinzip ist sehr einfach: Wurst wird dünn geschnitten, mit Zwiebeln kombiniert und anschließend mit einer Mischung aus Essig, Öl und Gewürzen angemacht. Dadurch entsteht der typische Kontrast zwischen würziger Wurst, scharfen Zwiebeln und frischer Säure.

Klassisches Essigwurst-Rezept

Zutaten für 2 Personen

  • 200–250 g Knacker oder Extrawurst
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • 3 EL Essig, zum Beispiel Apfelessig oder Weißweinessig
  • 3 EL Wasser
  • 2–3 EL neutrales Öl
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Senf nach Geschmack
  • eine kleine Prise Zucker nach Geschmack
  • etwas Schnittlauch zum Garnieren

Die genaue Zusammensetzung variiert. Klassische österreichische Rezepte verwenden beispielsweise Knacker oder Extrawurst, Zwiebeln, Essig, Öl, Wasser sowie Salz und Pfeffer. Andere Varianten ergänzen Senf oder Zucker. Mehr lesen : Linsen Rezept: Einfacher Linseneintopf mit Gemüse

Essigwurst einfach zubereiten

1. Wurst vorbereiten

Die Knacker oder Extrawurst schälen und in dünne Scheiben schneiden. Besonders angenehm zu essen ist die Wurst, wenn die Scheiben nicht zu dick sind.

Wer möchte, kann die Scheiben anschließend halbieren oder in Streifen schneiden. Beide Varianten sind üblich und haben keinen Einfluss auf den grundsätzlichen Geschmack.

2. Zwiebeln schneiden

Die Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden. Rote Zwiebeln eignen sich ebenfalls gut und sorgen für eine kräftigere Farbe.

Wer rohe Zwiebeln geschmacklich etwas milder haben möchte, kann sie nach dem Schneiden kurz mit kaltem Wasser abspülen und anschließend gut abtropfen lassen.

3. Marinade anrühren

Essig, Wasser und Öl miteinander verrühren. Anschließend mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nach Geschmack können etwas Senf und eine kleine Prise Zucker ergänzt werden.

Ein österreichisches Rezept von Mautner verwendet beispielsweise Essig, Öl, Rindsuppe oder Gemüsefond, Salz, Pfeffer und eine Prise Zucker; Senf wird dort als optionale Ergänzung genannt.

4. Alles vermengen

Wurst und Zwiebeln auf einem Teller oder in einer Schüssel verteilen. Die Marinade darübergeben und vorsichtig vermischen.

Die Essigwurst kann sofort gegessen werden. Noch aromatischer wird sie, wenn die Wurst einige Zeit in der Marinade durchzieht.

5. Servieren

Zum Schluss mit Schnittlauch oder Petersilie bestreuen und mit frischem Brot servieren. Schwarzbrot, Semmel oder Salzstangerl passen besonders gut zu dem säuerlich-würzigen Gericht.

Welche Wurst eignet sich für Essigwurst?

Für eine klassische österreichische Variante werden häufig Knacker oder Extrawurst verwendet. Auch andere geeignete Brühwürste können verwendet werden, wobei sich Geschmack und Konsistenz entsprechend verändern.

WurstGeeignet fürGeschmack
Knackerklassische Essigwurstkräftig und würzig
Extrawurstklassische, mildere Variantemild und fein
LyonerWurstsalat-Variantemild und weich
Speckknackerherzhafte Variantekräftiger und rauchiger

Es lohnt sich, eine Wurst zu wählen, die auch pur gut schmeckt. Die Marinade ergänzt den Geschmack, sollte ihn aber nicht vollständig überdecken.

Welche Marinade passt am besten?

Die klassische Marinade besteht aus Essig, Öl und Gewürzen. Wasser oder Brühe können hinzugefügt werden, um die Säure etwas abzumildern. In verschiedenen Rezepten finden sich sowohl Apfelessig als auch Weißweinessig, Balsamico oder andere Essigsorten.

Für eine ausgewogene Marinade ist das Verhältnis von Säure und Öl entscheidend. Ist die Mischung zu sauer, kann etwas Wasser oder eine kleine Menge Zucker helfen. Ist sie zu mild, lässt sich mit etwas Essig nachwürzen.

Klassisch

Essig + Wasser + neutrales Öl + Salz + Pfeffer

Etwas würziger

Essig + Öl + Senf + Pfeffer + eine Prise Zucker

Österreichisch-steirisch

Essig + Kürbiskernöl + Wasser + Salz + Pfeffer

Kürbiskernöl wird in einigen österreichischen Varianten verwendet und verleiht der Essigwurst einen deutlich kräftigeren, nussigen Geschmack.

Essigwurst mit Kürbiskernöl

Kürbiskernöl passt besonders gut, wenn die Essigwurst etwas kräftiger schmecken soll. Eine Rezeptvariante mit Extrawurst verwendet Essig, Wasser und Kürbiskernöl zusammen mit Zwiebeln, Salz und Pfeffer.

Da Kürbiskernöl einen intensiven Eigengeschmack besitzt, muss davon nicht viel verwendet werden. Es kann auch teilweise mit einem neutraleren Öl kombiniert werden.

Essigwurst mit Paprika und Tomaten

Die einfache Variante lässt sich leicht durch Gemüse erweitern. Paprika und Tomaten bringen Farbe, Frische und eine leichte Süße ins Gericht.

Ein Rezept von GuteKueche kombiniert Knacker oder Extrawurst beispielsweise mit Paprika, Cocktailtomaten, Zwiebeln, Emmentaler und Schnittlauch. Für das Dressing werden Öl, Wasser, Essig und Gewürze verwendet.

Diese Variante eignet sich besonders gut, wenn die Essigwurst eher als sättigender Salat serviert werden soll.

Essigwurst mit Käse

Wer einen kräftigeren Wurstsalat bevorzugt, kann Käse hinzufügen. Gut geeignet sind schnittfeste Sorten wie Emmentaler oder Gouda.

Eine österreichische Rezeptvariante von Schmeck’s Oberösterreich kombiniert Extrawurst mit Gouda, Gurke, Paprika und Zwiebel und verwendet ein Dressing aus Essig, Öl beziehungsweise Kürbiskernöl, Senf und Gewürzen.

Dadurch wird aus der einfachen Wurst mit Zwiebeln eine umfangreichere Mahlzeit.

Essigwurst mit Ei

Auch gekochtes Ei passt sehr gut zur säuerlichen Marinade. Es macht das Gericht zusätzlich sättigend und eignet sich besonders für eine Picknick- oder Jausenvariante.

Ein Rezept für Essigwurst im Glas kombiniert Knacker mit gekochtem Ei, Zwiebeln und Vogerlsalat. Die Marinade besteht dort unter anderem aus Öl, Essig und Senf.

Was passt zu Essigwurst?

Die einfachste Beilage ist frisches Brot. Besonders gut passen kräftiges Schwarzbrot, Semmeln oder Salzstangerl.

Je nach Variante können auch folgende Beilagen passen:

  • Bauernbrot
  • Schwarzbrot
  • Semmel
  • Salzstangerl
  • Laugengebäck
  • Bratkartoffeln

Wenn die Essigwurst als leichte Mahlzeit gedacht ist, reicht Brot meist völlig aus. Bei einer umfangreicheren Variante mit Käse, Ei und Gemüse ist eine zusätzliche Beilage oft nicht notwendig.

Wie lange sollte Essigwurst ziehen?

Essigwurst kann direkt nach dem Anrichten gegessen werden. Für einen intensiveren Geschmack lohnt es sich jedoch, die Wurst und Zwiebeln etwas in der Marinade ziehen zu lassen.

Einige Rezepte empfehlen beispielsweise eine Ziehzeit von etwa 10 bis 15 Minuten.

Bei Varianten mit besonders vielen Zutaten kann eine längere Ruhezeit sinnvoll sein. Die Zwiebeln nehmen dabei etwas von der Marinade auf und die Aromen verbinden sich besser.

Essigwurst im Glas für Picknick und Jause

Essigwurst eignet sich gut zum Vorbereiten und Transportieren. Für ein Picknick können Wurst, Gemüse und Zwiebeln in ein gut verschließbares Glas gegeben und die Marinade separat oder direkt darüber eingefüllt werden.

Eine österreichische Rezeptvariante wird ausdrücklich als Essigwurst im Glas fürs Picknick beschrieben. Dort werden Knacker, Ei, Zwiebel und Vogerlsalat geschichtet und anschließend mit einem Essig-Öl-Senf-Dressing übergossen.

Für den Transport sollte die Kühlkette eingehalten werden, insbesondere weil Wurst und gekochtes Ei leicht verderbliche Lebensmittel sind.

Häufige Fehler bei der Zubereitung

Zu viel Essig

Eine Essigwurst darf säuerlich schmecken, sollte aber nicht ausschließlich nach Essig schmecken. Bei einer zu kräftigen Marinade hilft etwas Wasser oder Öl.

Zwiebeln zu grob schneiden

Sehr dicke Zwiebelstücke können geschmacklich dominieren. Dünne Ringe oder feine Streifen verteilen sich besser zwischen den Wurstscheiben.

Zu wenig würzen

Wurst, Essig und Öl brauchen eine ausgewogene Würzung. Salz und Pfeffer sollten deshalb direkt in der Marinade berücksichtigt werden.

Zu viel Öl

Öl soll die Säure abrunden, aber nicht den Geschmack überdecken. Bei einer einfachen Essigwurst reichen meist wenige Esslöffel.

Zu viele Zutaten

Paprika, Käse, Gurken, Tomaten und Ei können interessante Varianten ergeben. Wer den klassischen Geschmack sucht, sollte jedoch bei Wurst, Zwiebeln und Marinade bleiben.

Ist Essigwurst dasselbe wie Wurstsalat?

Im österreichischen Sprachgebrauch überschneiden sich die Begriffe. Essigwurst beziehungsweise Saure Wurst bezeichnet typischerweise eine mit Essig und Öl marinierte Wurst mit Zwiebeln. Wurstsalat ist der allgemeinere Begriff und kann je nach Region und Rezept zusätzliche Zutaten wie Käse, Gurken oder Paprika enthalten.

In Österreich wird Wurstsalat beispielsweise auch mit Knackwurst oder Extrawurst zubereitet. Die konkrete Bezeichnung hängt teilweise von Region und Zubereitungsart ab.

Fazit

Essigwurst gehört zu den einfachsten Gerichten der österreichischen kalten Küche. Dünn geschnittene Knacker oder Extrawurst, Zwiebeln und eine würzige Essig-Öl-Marinade bilden die klassische Grundlage. Je nach Geschmack lässt sich das Gericht mit Senf, Kürbiskernöl, Paprika, Tomaten, Käse, Gurken oder Ei erweitern.

Besonders praktisch ist die kurze Zubereitungszeit. Wer eine schnelle Jause sucht, kann die klassische Variante mit wenigen Zutaten zubereiten und mit frischem Brot servieren. Für Picknick, Sommerabende oder eine unkomplizierte kalte Mahlzeit ist sie deshalb besonders geeignet.

FAQ

Welche Wurst nimmt man für Essigwurst?

Traditionell werden in Österreich häufig Knacker oder Extrawurst verwendet. Auch Lyoner kann für eine ähnliche Wurstsalat-Variante verwendet werden.

Welcher Essig eignet sich für Essigwurst?

Apfelessig und Weißweinessig eignen sich gut für eine milde Marinade. Je nach Rezept können auch andere Essigsorten verwendet werden.

Kann man Essigwurst am Vortag zubereiten?

Sie lässt sich vorbereiten, sollte aber gekühlt aufbewahrt werden. Für die beste Qualität ist es sinnvoll, sie nicht unnötig lange stehen zu lassen und möglichst frisch zu servieren.

Was passt zu Essigwurst?

Klassisch passen Schwarzbrot, Bauernbrot, Semmeln oder Salzstangerl. Je nach Variante sind auch Bratkartoffeln oder zusätzliches Gemüse möglich.

Kann man Essigwurst mit Kürbiskernöl machen?

Ja. Kürbiskernöl wird auch in österreichischen Rezeptvarianten verwendet und verleiht der Marinade einen kräftigen, nussigen Geschmack.

Ist Essigwurst ein österreichisches Gericht?

Essigwurst ist besonders mit der österreichischen Küche verbunden und wird dort als einfache Jause beziehungsweise kaltes Gericht zubereitet. Ähnliche Wurstsalate gibt es auch in Süddeutschland und der Schweiz.

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